03.4.2021 Newsletter 31 - Ostern 2021


 Liebe Freunde!

 

Mal ehrlich: Wer von uns liest schon die Beipackzettel seiner vom Arzt verschriebenen Medikamente durch? Und wenn man es doch tut, möchte man das Mittel meistens gar nicht mehr nehmen. Es gibt nämlich keine Tablette, keine Tropfen und auch keine Impfstoffe ohne Nebenwirkungen. Das gilt übrigens auch für die Grippeimpfungen und eben auch für die Corona Impfstoffe.  Wir vertrauen halt auf den verschreibenden Arzt und das ist auch gut so. Wäre Astra-Zeneca eine Automarke, dann wäre es auf Lada-Niveau. Und was ist mit Biontech, Moderna und all den anderen Impfstoffen? Vielleicht werden wir erst in Monaten oder Jahren wissen, welche Auswirkungen diese Impfstoffe haben.

 

Wichtig ist, dass überhaupt genug zur Verfügung steht. Nach Ostern soll es ja besser laufen und wenn man den Ankündigungen Glauben schenken soll, können wir uns im Mai oder Juni kaum noch retten vor den vielen Dosen! Das Biontech-Werk in Marburg wird ab sofort im 24-Stunden-Betrieb laufen und da sollte doch etwas auch für Deutschland abfallen. Dann erscheint es zumindest nicht unrealistisch, dass bis Ende Juli alle, die wollen, eine Erstimpfung erhalten haben. Das ist machbar, wenn man Haus- und Betriebsärzte einbezieht.

 

Lockerungen oder als Modellversuche getarnte Lockerungen aber sind der falsche Weg, wie alle führenden Wissenschaftler seit Wochen betonen. Und wenn Frau Merkel nicht in Erinnerung bleiben will als die Kanzlerin, die diese größte Krise während ihrer Amtszeit nicht gemeistert hat, dann muss sie jetzt die Zügel wieder in die Hand nehmen und sich nicht von einigen Landesfürsten auf der Nase herumtanzen lassen. Weitere Kommentare erspare ich mir; kann man alles in den Kommentaren der Medien besser nachlesen.

 

Patientia und Spes, also Hoffnung und Geduld sind das Gebot der Stunde – beides zu sehen als Holzschnitzereien am Wedekind-Haus und am Wernerschen Haus gegenüber der Godehardikirche. Und damit komme ich zu meinem kleinen Ostergeschenk auf unserer Homepage. Ich bin ein großer Fan von Kunstmuseen, die mir ja seit über einem Jahr verwehrt sind. Darum bin ich mit dem Rad durch Hildesheim gefahren und habe Straßenkunst im weitesten Sinne auf die Platte gebannt, wie man früher so schön sagte. Herausgekommen ist die Fotoserie „Street Art Hildesheim“, mit der ich euch allen ein frohes Osterfest wünsche.

 

Euer Burkhard Kallmeyer,

Ortsbürgermeister Hönnersum

PS: Gerade bekomme ich die Nachricht von Markus Brinkmann (MdL), dass die Stadt Hildesheim von der Landesregierung als Modellkommune zugelassen ist. Dies bedeutet, dass Läden, Restaurants, Kinos etc. unter festgelegten Auflagen in einem festgelegtem Stadtbereich wieder öffnen dürfen. Das dürfte auch die Hannoveraner oder Leute aus Sakzgitter freuen, denn dort bleibt weiterhin alles zu. Ich bin mal gespannt, ob die Stadt Hildesheim die Auflagen wie Testen und strikte Kontaktnachverfolgung stemmen kann.

Der OB plant den Beginn ab 12.4. - bis dahin kann noch viel passieren und sich wieder ändern!


20.3.2021 Newsletter 30


 Liebe Freunde in Hönnersum und umzu!

 

Habt ihr letzte Woche den zweiseitigen Bericht über Schloss Derneburg in der Hildesheimer gelesen? Der jetzige Besitzer, der Amerikaner Andy Hall, will dort seine bisher begrenzt zugängliche Kunstausstellung zu einem Museum von Weltrang machen. Das mag manchem als übertrieben erscheinen, aber wer das Interview mit ihm gelesen hat, kann durchaus zu der Einschätzung gelangen, dass Andy Halls Pläne realistischer sind als beispielsweise die Ankündigungen unseres Gesundheitsministers. Oder die Stufen- und Lockerungspläne von Bund und Ländern. Wer will, kann sich die Fotoserie "Rund um Schloss Derneburg" vom letzten Jahr gerne noch einmal anschauen. I hier

 Am Montag kommen die Herrschaften wieder zusammen und wir dürfen dann wieder spät in der Nacht oder am Tag danach erfahren, was da fernab von Parlament und Öffentlichkeit beschlossen wurde. Der schöne Stufenplan, der beim letzten Mal herauskam, kann jedenfalls schon heute in die Tonne getreten werden. Solange es nicht genügend Schnelltests und Impfstoff gibt, hilft nur ein weiterer Lockdown, wenn man in dieser Situation verhindern will, dass die Infektionszahlen durch die Decke schießen.

Ich habe meine Gedanken und Überlegungen am Montag in einem Brief an unseren niedersächsischen Ministerpräsidenten dargelegt. Kann übrigens jeder machen. Hier die Email-Adresse, die ich nach einigem Suchen auf der Homepage des Landes gefunden habe: Ministerpraesident@stk.niedersachsen.de

Und hier mein Schreiben im Wortlaut:

Lieber Herr Ministerpräsident,

die März Lockerungen bedeuten leider nicht anderes als sehenden Auges in die 3. Welle zu gehen. Man hätte stattdessen Anfang März sagen müssen: Die Entwicklung sieht hoffnungsvoll aus und wenn wir eine verlässliche Impfstrategie haben und die Bevölkerung und vor allem die Schulen mit Schnell- bzw. Selbsttest versorgen können, ist an vorsichtige Öffnungen zu denken.

Stattdessen wurde gelockert, die Schulen gehen in den Wechselunterricht und die Schüler üben Selbst-Tests mit Q-Tips, weil die notwendigen Tests nicht zu haben sind. Bis auf die Reklameaktion von Aldi vor gut einer Woche haben weder Discounter noch Apotheken Test-Kits vorrätig.

Das Impfen der Ü80-Gruppe klappte bisher nur halbwegs, weil wir als Kommunen von uns aus aktiv tätig geworden sind. Selbst beim Ausfüllen der Fragebögen musste oft geholfen werden. Abgeschlossen ist die Maßnahme noch nicht. Trotzdem können sich jetzt ja auch alle Menschen über 70 über das Impfportal anmelden. Ich fürchte, dass wird zu einem Bumerang für die Landesregierung, wenn nach vier oder sechs Wochen immer noch keine Rückmeldung kommt und die Leute zu der Überzeugung kommen, dass die Anmeldeaktion nur eine „Beruhigungspille“ war.

Notbremse Inzidenz 100: Die wird Niedersachsen spätestens Ende März flächendeckend erreichen. Und was dann? Anheben auf 200?! Das wir zur Zeit nicht Urlaub auf Langeoog machen dürfen, ist einzusehen. Aber dass dann tausende von Langenhagen nach Mallorca fliegen – wem soll ich das hier vor Ort noch vermitteln? Schade, dass die No-Covid Strategie, die insbesondere von niedersächsischen Wissenschaftlerinnen propagiert wird, so wenig Beachtung findet.

Ich vermute mal, dass dieses Schreiben es nicht bis auf ihren Schreibtisch schafft, aber ich hoffe, dass es jemand in einer der vielen Amtsstuben liest. Ich wollte aber mal meine Gedanken loswerden, die ich mit vielen Mitbürger*innen meines Dorfes und den Mitgliedern meiner Partei, deren niedersächsischer Vorsitzender Sie sind,  teile. Meine privaten Wünsche sind eher bescheiden: Wieder mit meiner Frau auf der Seeterrasse des Pier 51 am Maschsee ein Cappuccino genießen!

Mit besten Grüßen,

Burkhard Kallmeyer, Ortsbürgermeister Hönnersum

Gemeinde Harsum, Landkreis Hildesheim

 * * * *

Ich gebe mich nicht der Illusion hin, dass ich mit so einem Schreiben etwas bewirken kann. Aber man hat das gute Gefühl im Rahmen seiner Möglichkeiten etwas getan zu haben. Die Möglichkeiten sind ja leider begrenzt. Es müssten halt viele Schreiben im Postfach des MP’s landen, um eine Wirkung zu erzielen. Wie wär’s?!

Was Deutschland fehlt neben genügend Impfstoff, ist ein wenig vom Geist eines Helmut Schmidt in dieser Krisensituation: Organisation gepaart mit unbürokratischen Handeln.

Vielleicht hat mich dieser Gedanke zu meiner aktuellen Fotoserie „Opa, hattet ihr eigentlich auch schon Handy?“ inspiriert. Viel Spaß beim Durchklicken!

Es grüßt herzlich, Euer Burkhard Kallmeyer


7.3.2021 Newsletter Spezial zum Frauentag 2021


 Liebe Freunde!

Zum morgigen Frauentag möchte ich kurz über vier Frauen berichten, die einen wesentlichen Beitrag zur Pandemiebekämpfung geleistet haben.  Denn ohne Sarah Gilbert, Özlem Türeci, Kizzy Corbet und Katalina Karioko würde es die drei wichtigsten Impfstoffe im Kampf gegen Corona wohl nicht geben. In Wissenschaftskreisen dürften ihre Namen geläufig sein, einer größeren Öffentlichkeit noch nicht.

Sarah Gilbert (58) ist die federführende Entwicklerin des Astrazeneca-Impfstoffs gegen das Coronavirus. Gilbert, die seit 1994 an der Universität Oxford forscht betont, dass es von Anfang an ihr Ziel gewesen sei, einen "Impfstoff für die Welt" zu entwickeln - also einen, der kostengünstig und robust auch in ärmeren Ländern eingesetzt werden kann.

Özlem Türeci (53), 1965 in Lastrup (Landkreis Cloppenburg) geboren und in Bad Harzburg zur Schule gegangen, gilt als medizinischer Mastermind hinter dem in Mainz entwickelten Biontech-Impfstoff. Die Entwicklung des Serums wäre ohne die Leistung der Wissenschaftlerin, die ihre ganze Forschung den Antikörpertherapien widmet, nicht möglich gewesen. Sie ist verheiratet mit dem inzwischen inzwischen allseits bekannten Ugur Sahin, der übrigens laut Wikipedia 1984 am Erich-Kästner-Gymnasium in Köln als erstes Gastarbeiter-Kind (sein Vater arbeitete bei Ford) am dortigen Erich-Kästner-Gymnasium sein Abitur machte.

Kizzmekia "Kizzy" Shanta Corbett (35) half entscheidend bei der Entwicklung des US-Impfstoffes von Moderna mit. Sie wurde 2014 an das staatliche Vaccine Research Center (VRC)  berufen und dort leitet die junge Afroamerikanerin das Coronavirus-Team, dessen Arbeit darauf abzielt, neuartige Coronavirus-Impfstoffe voranzutreiben. Die Zusammenarbeit zwischen Moderna und dem Institut begann im Januar 2020. Seit der Moderna-Impfstoff im vergangenen Dezember von der US-Gesundheitsbehörde FDA die Zulassung erhalten hat, wirbt Corbett intensiv in der Öffentlichkeit dafür - vor allem in Gemeinden mit einem hohen Anteil an Menschen afroamerikanischer Herkunft. In den USA traf die Pandemie diese Bevölkerungsgruppen besonders hart.

Katalina Karioko (65) schließlich ist eine ungarische Wissenschaftlerin, die 1985 mit ihrer Familie in die USA ausgewandert ist. Die Biochemikerin hat dort in all den Jahren an den rMNA-Grundlagenfoschung zur betrieben ohne die die neuartigen Impfstoffe nicht möglich gewesen wären. Ugur Sahin und Özlem Türeci konnten sie vor einigen Jahren für ihre Firma Biontech gewinnen und ihre Arbeit trug wesentlich zur Entwicklung des Biontech-Impfstoffes bei. Ihre Tochter Susan Francia ist übrigens mehrfache US-Olympiasiegerin im Rudern.

Ich würde mich nicht wundern, wenn zumindest einer der vier Frauen demnächst mit dem Nobelpreis in Chemie oder Medizin ausgezeichnet wird.

Der Frauentag entstand übrigens als Initiative sozialistischer Organisationen in der Zeit vor dem Ersten Weltkrieg im Kampf um die Gleichberechtigung, das Wahlrecht für Frauen sowie die Emanzipation von Arbeiterinnen. Erstmals fand der Frauentag im März 1911 statt und ab 1921, also seit hundert Jahren, in jedem Jahr. Wen das Thema interessiert, kann gerne mal auf der Seite der Harsumer SPD nachschauen, wo eine bebilderte Zusammenfassung eines Vortrages zu finden ist, den ich mit meiner Tochter Iris Grondke auf einer Veranstaltung über 100 Jahre Frauwahlrecht gehalten habe.

Übrigens: Drei Männer sollten auch Erwähnung finden in diesen Tagen. Darüber mehr in meinem Corona-Tagebuch hier.

Ich wünsche einen schönen Sonntag!

Ihr/Euer Burkhard Kallmeyer

PS: Hinweisen möchte ich darauf, dass am kommenden Donnerstag, den 11. März von 16 - 10 Uhr in Hönnersum im Mehrzweckgebäude Blut gespendet werden kann. Organisatoren sind das DRK und der Hönnersumer Heimatverein.


27.2.2021 Newsletter 28


 Liebe Freunde!

Bad Karlshafen wäre in diesen Tagen ein schöner Wohnort. Warum? Die hübsche Hugenotten-Stadt liegt im Dreiländereck NRW, Niedersachsen und Hessen. Somit bieten sich dort alle Möglichkeiten der länderspezifischen Lockerungen. Vielleicht hat ja in Hessen der Baumarkt auf, in NRW gibt es bald offene Fitnessstudios und in Niedersachsen darf man vielleicht wieder Schuhe kaufen und muss nicht die Aldi-Angebote auf den Grabbeltischen für 19,95 zwischen den Einkaufswagen anprobieren. Nur Kino und Theater geht (noch) nirgends. Darum meine lustige Fotoserie: „Home-Theater statt Home-Office“

Ja, in der ersten Welle der Pandemie lief es gut in Deutschland, danach übernahmen die Länder mehr oder weniger das Kommando frei nach dem Motto von Pippi Langstrumpf „Ich mach mir die Welt, wie sie mir gefällt!“ Von den anstehenden Gesprächen am 3. März erwarte ich nicht viel. Meine Prognose: Man einigt sich nach stundenlangen Verhandlungen auf kleinste Nenner, Frau Merkel lässt anschließend in der Pressekonferenz zwischen den Zeilen ihr Unbehagen über die unzureichenden Beschlüsse erkennen und am Tag darauf macht jedes Land sowieso wieder sein eigenes Ding. Aber vielleicht werden wir mal positiv überrascht! Schnelltests können eine Hilfe sein, um das Leben, also vor allem die sozialen Kontakte wieder zu erleichtern. Aber dann muss man sie erst mal in ausreichender Menge haben und auch anwenden können. Erst dann kann man Lockerungen gefahrlos machen und nicht umgekehrt.

 Brauchen wir eine Revolution? Da brauche ich nicht auf Karl Marx zurückgreifen sondern – man glaubt es kaum – auf den Vorsitzenden der CDU-Bundestagsfraktion Ralph Brinkhaus! Er fordert angesichts der Corona-Krise eine grundlegende Reform des deutschen Staatswesens und bezweifelt, dass die staatlichen Strukturen noch komplett in die digitale Welt des 21. Jahrhunderts passen, sagte der CDU-Politiker der Zeitung "Welt am Sonntag". "Wir brauchen eine Jahrhundertreform - vielleicht sogar eine Revolution." (gelesen auf Tagesschau-Online am 21.2.21)

 Ich für meinen Teil wäre schon froh, statt einer Revolution einen Friseurtermin zu bekommen. Ist fast so schwierig, wie einen Impftermin zu ergattern!  Unsere Gemeinde Harsum konnte erreichen, dass unsere Ü-80 Senioren am 2. und 3. März in Borsum geimpft werden können. Mein Dank gilt da unserem Bürgermeister Marcel Litfin, der das mobile Impfteam in unsere Gemeinde holte. Der Rücklauf der Anmeldungen im Rathaus war gewaltig. Einige müssen auf einen weiteren Termin vertröstet werden, da die zwei Tage nicht reichen.  Ich habe mich gefreut, dass ich vielen Senior*innen bei der Anmeldung helfen konnte. Leicht bedauert habe ich den zuständigen Sachbearbeiter, der an einem Tag 140 Senior*innen anrief, um ihnen den Impftermin zu nennen. Grob gerechnet machte das 6 Stunden reine Telefonzeit aus. Anschließend durfte er dann noch ab 19 Uhr als Protokollant der Ortsratssitzung in Hönnersum tätig werden, die komplett über Video lief. Wer über die wichtigsten Beschlüsse informiert werden möchte, muss hier anklicken.

Gestern durfte ich dann aber noch perönlich die bereits mit der Gemeinde telefonisch vereinbarten Termine in Schriftform in die jeweiligen Briefkästen werfen, weil der Postweg zu lange gedauert hätte. Tja, wir sind nun einmal ein Staatswesen, das dich auf den Durchschlägen in  Leitz-Ordnern gründet.  Das wird schwer mit der Revolution, Herr Brinkhaus!

 Gefreut habe ich mich über das warme Wetter. Endlich mal wieder Radtour nach Hildesheim, wo man die eine oder andere Bekannte traf, mit der man klönen konnte. Es sind diese kleinen Sozialkontakte, die man dringend braucht. Und wenn man dann beim Hildesheimer Lieblingsbäcker noch so ein schiefes Brot kauft, wie hier abgebildet, dann werden doch Urlaubsgefühle wach. Hoffentlich kann man irgendwann mal wieder nach Italien und statt einem schiefen Brot von Hildesheim den schiefen Turm von Pisa bewundern! Na ja, fürs Erste würde mir schon der Maschsee (+ Außengastronomie) in Hannover reichen.

 

Ich wünsche ein schönes Wochenende und möchte nicht versäumen darauf hinzuweisen, dass am Donnerstag, den 11. März ab 16 Uhr im Dorfgemeinschaftshaus Hönnersum Blut gespendet werden kann. Wird dringend benötigt. Ihr / Euer Burkhard Kallmeyer


12.2.2021 Newsletter 27


Liebe Freunde!

Nein, die Karte hier zeigt nicht irgendwelche Zwischenstände der einzelnen Landkreise und Länder bei der Pandemiebekämpfung, sondern zeigt die vielen hundert Kleinstaaten um Deutschland um 1790. An die fühle ich mich erinnert, wenn ich an die heutigen 16 Bundesländer denke. Jedes Land, jede Landesregierung kocht ihr eigenes Süppchen, wenn es um die Pandemiebekämpfung geht. Bei den einzelnen Stufenplänen, die fast täglich produziert werden, blickt kaum noch einer durch. Fast ist ein Wettstreit entbrannt, wer als erster wieder lockert und öffnet. In Schleswig-Holstein sollen am 1. März nicht nur die Friseure wieder öffnen sondern auch die Zoos und Gärtnereien. Und die Schulen gehen dort schon ab dem 22. Februar wieder in den Regelbetrieb. Na toll, dann kann man ja am 1. März einen Wandertag in den Zoo machen! In Niedersachsen müssen sich die Blumenläden jetzt hastig mit Ware eindecken, denn am Valentinstag darf wieder verkauft werden!

 Warnungen und Mahnungen aus der Wissenschaft? „Mir sagen nicht Virologen, welche Entscheidungen ich zu treffen habe.“, tönt der NRW-Ministerpräsident, der im Herbst Frau Merkel beerben möchte. „Aachen Helau!“ kann man da an diesem Karnevalswochenende nur rufen oder aber etwas norddeutscher formuliert: „Offensichtlich müssen manche Leute erst mit der Realität konfrontiert werden, bis sie es begreifen.“ (Prof. Melanie Brinkmann vom Helmholtz-Zentrum in Braunschweig)

 Die Realität sieht im Moment so aus, dass die Infektionszahlen sinken, doch es steht die Befürchtung im Raum, dass die englische und die südafrikanische Mutante die Zahlen wieder hochschnellen lässt. Und zur Realität gehört auch, dass der Impfstart mehr als holperig war, um es höflich zu sagen. Aktuelle Impfquote in Niedersachsen: 2,5 % Erstimpfungen. Und das sechs Wochen nach dem Impfstart! Schauen Sie mal auf unserer Startseite nach, wann Sie bei diesem Tempo dran sind. Bei mir heißt es: „Wenn die Impfkampagne bald im geplanten Tempo läuft, können Sie ungefähr ab März 2021 mit einem Impftermin rechnen. Gehen die Impfungen in der bisherigen Geschwindigkeit weiter, könnte es auch bis März 2022 dauern.“

Ich habe versucht, für einen älteren Einwohner Hönnersums einen Termin zu bekommen. Nach einer Stunde Bemühungen, dreimal einloggen, dreimal auf Code-SMS warten, dreimal komplette Adressdaten eingeben, dreimal e-mail Adresse zweifach eingeben  dann die Nachricht: Wartelisten werden nur über die Hotline vergeben. Dort hatte sich der ältere Herr aber schon stundenlang ohne Erfolg bemüht. Nach einer weiteren Stunde über einen anderen Browser dann, juchu: freie Termine in Hildesheim! Und als ich dann auf eine grüne Uhrzeit klickte fror die Seite ein und alles war vorbei. Bei weiteren Versuchen tauchten dann keine freien Termine mehr auf.

Ich sage: Das ganze Verfahren ist eine Zumutung! Empfehle unseren Landespolitikern bis hin zum Ministerpräsidenten, das mal selbst zu versuchen. Aber bitte kein Bier in den Wartezeiten aufmachen! Es besteht sonst die Gefahr, dass man die leere Flasche gegen den Monitor wirft! Trotzdem bin ich aber zuversichtlich, dass im März und April mehr Impfstoff zur Verfügung stehen wird.

Uns allen muss klar sein, dass die Eindämmung der Pandemie nur dann erfolgreich sein kann, wenn die Impfungen weltweit durchgeführt werden. Israel ist zu Recht stolz darauf, bereits 65 % der Bevölkerung geimpft zu haben. Nützt ihnen aber wenig, wenn nebenan in Palästina erst 0,04 % geimpft worden sind. Und nicht zu vergessen: Die Pandemie ging wahrscheinlich von einem einzigen Wildtiermarkt in China aus und hat sich dann rasend schnell verbreitet. Diese Entwicklung – auch mit neuen Mutanten – kann immer wieder aufflammen.

Eine aufmunternde Nachricht möchte ich Ihnen nicht vorenthalten. Ich lese ja regelmäßig die Twitter-Nachrichten von Karl Lauterbach und der hat eine englische Studie ausgegraben, die der Frage nachgegangen ist, warum verhältnismäßig wenige Asthmakranke hospitalisiert sind.

 Die Studie kam zu dem Ergebnis, dass cortisonhaltiges Asthma-Spray angewandt beim ersten Auftreten von Covid-Symptomen zu 90 % einen schweren Verlauf der Krankheit verhindern könnte. Lauterbach selbst verweist darauf, dass die Studie noch an einem größeren Personenkreis überprüft werden müsse aber immerhin ist das mal ein positiver Hinweis, dem Wissenschaftler nachgehen sollten.

 Zu Hönnersum:

Der Bauhof der Gemeinde lobt Machtsum und Hönnersum. Günter Metz: „Ohne die vielen Eigenleistungen bei der Schneeräumung kämen wir nicht zurecht.“ Die Jungs sitzen schon ab drei Uhr morgens in ihren Fahrzeugen und Günter verliert auch nicht die Geduld, wenn ich ihn zum vierten Mal an einem Tag anrufe und Bitten von Anliegern um Schneeräumung weiterleite. Vielen Dank, kann ich da nur sagen.

Der Ortsrat tagt am 25. Februar um 19 Uhr – allerdings nur virtuell. Wie sie daran teilnehmen können, erfahren sie auf der Startseite oder klicken Sie die Einladung hier an.

Ich wünsche ein sonniges Schneewochenende!

Ihr / Euer Burkhard Kallmeyer

Ortsbürgermeister Hönnersum

PS: Bleibt noch die Frage, warum ich oben ein Schnapsglas auf die Landkarte eingefügt habe. Ganz einfach: Wenn man alle Covid-Viren in Deutschland einsammeln könnte - sie würden alle locker in das Glas passen! Auf die gesamt Welt bezogen müsste man allerdings zu einer Cola Dose greifen.

So kann man sich gut vorstellen, wie winzig Viren letztlich sind. Im Fernsehen sieht man ja immer riesige stachelige Kugeln, die wie Asteroiden durch den Weltraum zu fliegen scheinen.


30.1.2021 Newsletter 26


 Liebe Freunde!

So, den Januar haben wir (fast) hinter uns gebracht. Ich habe mal in meinem abgelaufenen Terminkalender reingeschaut, wie der Januar vor einem Jahr aussah. Der fing an mit einem Neujahrskonzert im Stadttheater, das uns auf das Beethoven-Jahr einstimmte. Wir waren mit den großen Enkeln im Kino („Als Hitler das rosa Kaninchen stahl“). Mit Freunden sind wir mit dem ICE zur großen van-Gogh-Ausstellung nach Frankfurt gefahren und zum Geburtstag der kleinen Zwillingsenkel wie jedes Jahr Richtung Hamburg. Dann hatten wir Karten für das Musical „Porgy und Bess“ sowie im TfN für eine Bühnenshow „Comedian Harmonists“. Im Hofcafe habe ich mich mit meinen alten RBG'lern wie jeden Monat zum Kaffeetrinken getroffen und mit der SPD Bingo gespielt. Im Dorf hatten wir einen musikalischen Neujahrsempfang der Kirche und am Monatsende dann die große Verlobungsfeier einer Großnichte. Dort waren wir zum ersten Mal mit dem Virus konfrontiert, denn einer der beiden Schwiegerväter kam direkt aus Shanghai zur Verlobung seines Sohnes geflogen. Ich erinnere mich, dass die meisten Gäste nach dem Handschlag mit ihm verstohlen zur Toilette schlichen, um sich die Hände gründlich zu waschen. Der Auftakt zum großen Händewaschen der kommenden Monate.

Und Terminkalender Januar 2021? Ein lange geplanter Arztbesuch, Handwerker bauten vier neue Fenster ein, mehrere Videokonferenzen mit Gemeinde und Fraktion, je einmal zu Blumen-Lange und zum Café Beste in der Innenstadt und ansonsten viele Spaziergänge und Radtouren, wenn es das Wetter erlaubte. Highlight einmal in der Woche: Essen fassen im Dorfkrug! Und daneben oder immer wieder: Morgens auf der RKI-Seite die aktuellen Zahlen anschauen, lesen, was Drosten und Lauterbach bei Twitter schreiben, mit unserem Landtagsabgeordneten Markus Brinkmann telefonieren und mit Bernd Westphal auf WhatsApp schreiben; meine beiden Homepages betreuen, für den Heimatverein und den Ortsrat schöne Geburtstagskarten entwerfen und zu einer Online-Druckerei schicken. Meine Frau schafft es sogar, regelmäßig mit Freundinnen per Videokonferenz Doppelkopf zu spielen. Fragt mich nicht, wie das funktioniert! Zugegeben: Man hätte ja auch mal unter der Woche an den Maschsee oder in den winterlichen Harz fahren können. Aber ohne Einkehr und vor allem ohne Toilette? No way! Hier kann man wenigstens auf der Rückfahrt von einem Spaziergang am Hohnsen bei McDonald sich einen Cappuccino aus dem Fenster reichen lassen. Schmeckt übrigens gut!

Und optimistisch wie ich bin, habe ich Urlaube für Pfingsten und August an der Ostsee und in Bayern gebucht. Vielleicht klappt es ja bis dahin mit dem Impfen.

In die Reihe der Kritiker was die gegenwärtige Pandemie-Bekämpfung anbelangt, will ich mich heute nicht einreihen. Davon sieht und liest man in den Nachrichten und in der Zeitung genug bis zum Überdruss. Nur eins: Ich weiß ja, an wen ich diesen Newsletter verschicke. Davon sind die wenigsten der Altersgruppe Ü 80 zuzuordnen. Von unseren Senioren zu verlangen, sich einen Impftermin über das Internet zu holen und einen Code übers Handy eingeben  (der dann aber verspätet kommt) geht gar nicht! Die Landesregierung oder der Landkreis sollte sich dazu aufraffen, per Post Termine zu vergeben.

Ich bin allerdings zuversichtlich, dass sich die Impfstoffknappheit entspannen wird, wenn weitere Produktionsstätten hinzukommen und weitere Firmen ihre Entwicklungen auf den Markt bringen. Juristische Streitereien schaffen jedenfalls nicht mehr Impfstoffe!

Bis dahin heißt es erst mal weiter Abstand halten, FFP-Masken nutzen und möglichst wenige Kontakte haben. Und was den Lockdown betrifft, sehe ich erst Entspannung, wenn die Inzidenzwerte auf unter 50 gehen und der R-Wert auf 0,7 sinkt, also 10 Infizierte nur noch sieben andere anstecken. Nur so halten wir die Pandemie in Schach und nur so besteht die Chance, die gefährlicheren Mutanten klein zu halten.

Niedersachsen hat zurzeit gute Werte und auch Hildesheim berappelt sich. Die Landesregierung hat übrigens zum ersten Mal einen vernünftigen Plan zur Diskussion gestellt, wie man aus dem Lockdown herauskommt ohne sich von Datum zu Datum hangeln zu müssen. Schaut mal auf meine Seite Good News, die ich auf unserer Homepage neu eingerichtet habe.

Gefreut habe ich mich, dass die CDU Harsum bei der Kommunalwahl am 12. September auch unseren Harsumer Bürgermeister Marcel Litfin unterstützen will, der ja schon 2016 Kandidat meiner Partei war und auch dieses Jahr sein wird. Denn was wir dieses Jahr nicht brauchen, ist ein Wahlkampf im üblichen Stil, der viel Zeit und Energie bindet. Zeit und Energie benötigen wir in diesen schwierigen Zeiten für wichtigere Dinge!

Beste Grüße!

Ihr / Euer Burkhard Kallmeyer

PS: Herzliche Grüße auch von meinen Ortsratskolleg/innen Iris Grondke und Detlef Grondke sowie von MdB Bernd Westphal und MdL Markus Brinkmann - allesamt Leser meines Newsletters.


16.1.2021 Newsletter 25


 Liebe Hönnersumerinnen und Hönnersumer!

Liebe Freunde!

Erst einmal auf diesem Wege ein gutes neues Jahr. Hoffentlich wird es besser als das letzte Jahr.

Die gute Nachricht vorweg: Die Corona-Maßnahmen wie AHA und weitere Beschränkungen haben dazu geführt, dass andere Krankheitswellen wie die Grippe diesen Winter weitaus geringer ausfallen wie in früheren Jahren.

Was mich immer noch ärgert: Kaum hatten Bund und Länder die Maßnahmen zur Pandemie-Bekämpfung Anfang Januar verschärft, suchten einzelne Länder bereits wieder Schlupflöcher und gehen unterschiedliche Wege – und sorgen damit meist nur für einheitliche Verwirrung. Kein Wunder, wenn da viele ihre eigenen Schlupflöcher suchen.

In der ersten Welle lag der Schwerpunkt der Pandemie im alten Westdeutschland und da besondern in Bayern, Baden-Württemberg und NRW. Der Osten blieb nahezu verschont. Und jetzt ist es in der zweiten Welle Sachsen und Thüringen, wo die Werte dramatisch gestiegen sind und sich ausbreiten Richtung Norden über Brandenburg, Sachen-Anhalt bis nach Meck-Pomm. Eine mögliche Ursache: Durch die geringen Werte im Frühjahr und Sommer hat sich dort eine Unbekümmertheit im Umgang mit den Regeln ausgebreitet, die sich jetzt bitter rächt.

Was mich frustriert: Eine gewisse Perspektivlosigkeit aller Maßnahmen. Wir alle ahnen, ja wissen, dass der 31. Januar nicht das Ende des Lockdowns sein wird. Wenigstens mittelfristige Ziele könnten für uns alle ein Ansporn sein. Wenn man zum Beispiel klar festlegt, dass bei einem Inzidenzwert von 100, 75 oder 50 die Läden oder die Restaurants wieder öffnen können. Dann hätten wir ein Ziel vor Augen!

Klare Regeln, klare Ziele und endlich zügiges Impfen - das müsste doch machbar sein! Mal sehen, was Bund und Ländern bei der vorgezogenen Besprechung am Dienstag diesbezüglich einfällt.

Was wir brauchen: Mehr und weniger komplizierte Impfmittel, die einfacher im Umgang sind. Spätestens, wenn ausreichende Mengen solcher Vakzine zur Verfügung stehen, kann das Impfen in normale Arztpraxen verlegt werden. Dort sind in den vergangenen Wochen über 20 Millionen Menschen geimpft worden. Lautlos und komplikationsfrei wie in jedem Jahr. Gegen die Grippe. Das sage nicht ich sondern schreibt der Stern. Das hierfür benötigte Impfmittel wird übrigens bereits in England gespritzt und wartet in der EU auf seine Zulassung.

Was wir nicht brauchen: Die Pandemie-Bekämpfung in den Wahlkampf-Streit zu ziehen. Das bringt gewiss keine Wählerstimmen im September und schadet der Sache. Aber wer hört schon in Berlin auf Politiker wie mich, die in deren Augen in der 3. Kreisklasse spielen?

Was mich freut: Der Dorfkrug Bavenstedt (für Nicht-Hönnersumer: der liegt gleich um die Ecke) bietet von Dienstag bis Freitag wieder Mittagstisch an, den man sich nach Haus holen kann. Für uns ist das dann einmal in der Woche das kulinarische Highlight. Und es gibt noch viele andere Restaurants in unserer Gemeinde und in Hildesheim die Take-Away anbieten.

Und was gibt es Neues in Hönnersum? Der verschärfte Lockdown begann ja am 10. Januar und so konnte der Heimatverein noch am letzten Sonnabend die Weihnachtsbäume einsammeln. Vielen Dank! Wie es mit weiteren Terminen weitergeht steht leider in den Sternen. Jahreshauptversammlungen müssen wohl ausfallen und auch für das Osterfeuer besteht wenig Hoffnung. Die Maibaumfeier zumindest in kleinem Rahmen ist vielleicht wieder machbar. Unsere geschätzten Nachbarn in Borsum sind da offensichtlich optimistischer: Von Rosenmontagsumzug im Februar bis Martinsmarkt im November ist alles im prallen Terminkalender wie eh und je aufgeführt. Derweil dürfen in der Borsumer Schlachterei Hußmann weiter nur zwei Kunden den Laden betreten!

Der Hönnersumer Kindergartenverein hat eine Bitte: Er sammelt Spenden für neue Spielgeräte und bittet um Mithilfe. Einzelheiten findet man hier: vb-eg.viele-schaffen-mehr.de/ponies-fuer-die-zwerge  Der Ortsrat Hönnersum wird die Spendenaktion mit 200 Euro unterstützen.

Nanu Burkhard? Und diesmal kein Wort vom Obermahner und SPD-Gesundheitsexperten Karl Lauterbach dabei? Also gut. Hier die neueste Lauterbach-Ansage: „Ich gehe von einem sehr befreiten, sehr guten Sommer aus.“  So steht es heute in der Hildesheimer. Wenn das keine Statement ist!

Bleibt gesund und haltet durch!

Ihr/Euer Burkhard Kallmeyer,

Ortsbürgermeister Hönnersum