CORONA-GEDANKEN EINER ALTEN GROSSMUTTER

 

Eigentlich fühlte ich mich noch gar nicht so alt. Ich hatte zwar schon etliche Jahre über die Pensionsgrenze hinaus gesammelt, aber wirtschaftete munter in Haus und Garten, lief mühelos ins Stadtzentrum. Aber nun kam plötzlich das vernichtende Urteil der ersten strengen Corona-Welle: Risikofall – Stubenarrest. Ich wäre schon so alt, dass ich ein Risikofall wäre, für mich und die Gemeinschaft. Ich sollte als so alte Frau das Haus nicht verlassen. Der erste wesentliche Punkt: ich sollte nicht mehr einkaufen gehen und das Einkaufen jüngeren Generationen überlassen. Ich sollte demnach einen meiner Glücks- und Glanzpunkte, meine Selbständigkeit, meine Unabhängigkeit aufgeben. Ich sollte nicht mal mir meinen Käse selbst aus dem  Supermarkt holen können, obwohl der ganz in der Nähe ist. Dieses Opfer schaffte ich nicht. Mit gewissenhaftem Einhalten aller Corona-Gebote und nur in möglichst großen Abständen zog ich dennoch mit meinem Marktroller an den Käseregalen entlang. Und dann – eben noch selbstbewusste Mutter und Großmutter – musste ich reumütig und kleinlaut den strengen Fragen der Familie beichten – so wie einst meiner strengen Mama.

 

In dieser ersten Corona-Welle war es für mich erfreuend und gleichzeitig irritierend, wie in der aufgeheizten Stimmung von überall, selbst vom einstigen Gastschüler aus Amerika, die Anfrage, kam ob ich noch lebe – zum mindesten noch gesund bin. Also war ich der Welt gegenüber schon so alt geworden, dass mein Noch-da-Sein beachtenswert war. Mir schienen die andern doch nur ein paar Jahre jünger, ich musste für sie demnach sehr, sehr viel älter sein.

 

Das abgeschlossene Leben machte mir gar nichts aus. Als so langjährige Witwe war ich das gewohnt, gewohnt dann auch das Gespräch über den Gartenzaun zu genießen und vor allem das Telefon und E-Mail. Ich war ja nicht wie in so manchen andern Ländern in die Wohnung eingesperrt, nein, ich beschäftigte mich im Garten, hatte hier unsere wunderschönen Hildesheimer Spaziergangs-Möglichkeiten. Eigentlich, so sagte ich mir immer wieder, habe ich es so gut. Rings um mich in meinem nächsten Umfeld wuchsen die Sorgen: home-office mit kleinen Kindern, immer größere Existenzangst, während meine Altersversorgung pünktlich zum nächsten Ersten eintraf. Wenn nun für mich nur die Extras ausfielen, die kulturellen Veranstaltungen, die Kaffee- und Gesprächsrunden, dann sind das doch nur die Vergnügungen, die leicht zu entbehren sind.

 

Die erste Corona-Welle ebbte ab, und nun kamen neue Erfahrungen. Als es nun ein bisschen besser ging, gab es an so vielen Orten die großen Demonstrationen, die weitere Lockerungen forderten. Nicht nur zur Sicherung der Existenzen, sondern damit man sich besser amüsieren konnte. Das schockte mich. Ja, mit meinem Einkaufen hatte ich auch gegen den Stachel gelöckt, doch mich nach bestem Wissen und Gewissen so verhalten, dass ich in der Gemeinschaft keinen Schaden verursachte. Denn unserer alten Generation galt doch immer als wichtiger Grundsatz: Gemeinnutz geht vor Eigennutz. War nun eine junge Generation da, denen das nicht mehr galt, die mich fühlen ließ, dass ich nicht mehr dazu gehörte, dass ich eben doch älter wäre?

 

Langsam begann nun wieder, zwar mit all den Einschränkungen, das kulturelle und gesellige Leben. Voll Freude las ich nun die Ankündigungen. Eifrig trug ich auch die Termine in meinen Kalender ein. Doch immer wieder – sobald es darum ging, mich endgültig anzumelden und die Karte zu kaufen, verlor ich den Mut. Ich sagte mir immer wieder: lade doch nun endlich die Leute ein, denen du es vor der Krise versprochen hast – ich schob es weiter auf. Dann fragte ich mich: Sei doch mal ehrlich vor dir selber! Schiebst du nicht die Corona-Beschränkungen vor, als Entschuldigung vor dir selbst, weil du zu faul bist zu gehen? Fehlt dir nicht einfach der Schwung? Von dieser Erfahrung hatten mir dann auch andere erzählt. Die langen Monate des Nichtstuns und -erlebens hatten den Elan stark gedämpft. Die Leute waren träge geworden. Die kulturellen und gesellschaftlichen Erlebnisse, so stellte sich jetzt heraus, waren eben weit mehr als nur Vergnügungen. Sie waren ein wesentlicher Kraftquell. Und wenn ich dann weiter dachte: Waren es die Vergnügungen der jungen Leute nicht auch für sie? Sollte man ihnen darum nicht auch ihre Art des Kraftgewinnens lassen – so lange sie sich an Corona-Regeln hielten?

 

Eine weitere Beobachtung bewegt mich: die rasante digitale Weiterentwicklung während der Corona-Krise. In den wenigen Monaten wurden neue Wege der Arbeit und der Kommunikation wie home-office, Video-Konferenzen, digitale Uni-Vorlesungen und selbst digitaler Schulunterricht nicht nur eingeführt, sondern fast zur Selbstverständlichkeit. Und da stehe ich plötzlich vor einer fremden Welt. Ich bin noch in der alten stehen geblieben wie der Ochs vorm neuen Tor. Und da frage ich mich auch: Ist das nicht doch ein Zeichen, dass ich älter geworden bin? Älter durch Corona?

 Sigrid Schmidt

Eingesandt von Ursula Heuer und freundlicher Genehmigung der Autorin zur Veröffentlichung


1.5.2020 Dank an Jürgen Sander

Jürgen Sander, der über 15 Jahre Ratsherr der Gemeinde war, 2011 für den Bürgermeisterposten kandidierte (und ein beachtliches Ergebnis erzielte) sowie mit beratender Stimme an den Ortsratssitzungen teilnahm, hat aus gesundheitlichen Gründen sein Mandat niedergelegt. Wir danken Jürgen ganz herzlich für sein Engagement für die Gemeinde und unser Dorf und wünschen ihm und seiner Familie Kraft und Gesundheit.

Ortsrat Hönnersum - Burkhard Kallmeyer, Detlef Klante und Iris Grondke


2.4.2020 Achtung Angriffe von Bussarden!

Wie ein Hönnersumer Bürger berichtet, ist er auf einer Fahrradfahrt im vergangenen Jahr nach Machtsum von zwei Bussarden angegriffen worden und wärre beinahe gestürzt. Jetzt hat er beobachtet, dass die Bussarde auf der gleichen Strecke wieder ein Nest bauen. Insbesondere bei der Brut fühlen sich die Vögel offensichtlich leicht angegriffen und reagieren aggressiv. Der aufmerksame bürger empfiehlt, bei Fahrten mit dem Rad nach Machtsum daher lieber den Feldweg zu benutzen.


20.2.2020     Futterstation in Hönnersum für Vögel gespendet!

Dank des Naturschutzvereins Borsumer Kaspel im OVH kann sich Hönnersum auf der Labyrinthwiese über eine Vogelstation freuen. Diese wurde von ehrenamtlichen Mitgliedern des Vereins in Eigenleistung erstellt. Das Futter liefert die Gemeinde. Hier im Bild: Walter Wedig, Werner Hormann, Reinhard Gronau und Winfried Kauer nach der Fertigstellung. Nicht im Bild: Edmund Machens, der einen anderen Termin wahrnehmen musste. Der Ortsrat bedankt sich ganz herzlich für diese tolle Aktion! Ortsratsmitglied Iris Grondke hat zugesagt, dass sie mit ihren Kindern dafür sorgen wird, dass die Station immer gut versorgt wird. Wer mehr über die Arbeit des Naturschutzvereins wissen oder sogar Mitglied werden möchte, gelangt hier auf die Homepage des Vereins.  Übrigens hat der Verein in Hönnersum etliche Nistkästen aufgehängt, die auch von Mitgliedern des Vereins jährlich gereinigt werden.



20.1.2020     Keine Zebrastreifen in Hönnersum!

In Borsum gibt es eine Fußgängerampel, in Harsum gleich drei! Zwei davon in kurzem Abstand Richtung Klein Förste. Aufgefallen sind mir die beiden erst, als eine auf dem Weg zur Postabholung in Harsum doch tatsächlich auf Rot schaltete, weil dort ein Fußgänger die Straße überquerte!

Und bei uns in Hönnersum? Unser Wunsch nach einem Zebrastreifen an der Bushalte-stelle und in der Eichendorffstraße schmettert der Landkreis regelmäßig ab!

Marcel, das solltest du mal zur Chefsache machen! Und die Ortsdurchfahrt mit dem Rad gleich dazu packen. Wer einmal mit dem Rad durch die Schlaglöcher gehoppelt ist mit einem PKW oder gar LKW im Nacken, überlegt es sich genau, ob er da noch mal lang fahren möchte!


25.1.2020    Bürgersteige in Hönnersum    

Der Rat der Gemeinde Harsum hat für die weitere Renovierung von Bürgersteigen insgesamt 200.000 Euro bereitgestellt. Dafür dankt der Ortsrat recht herzlich. auch Straßenbereiche sollen in die Renovierung mit einbezogen werden.

Eine weitere erfreuliche Nachricht: Die Windparkfirma Innovent hat dem Ortsrat eine namhafte Summe gespendet. Dafür bedanken wir uns und werden auf unserer nächsten Sitzung überlegen, wofür das Geld verwendet werden soll. 

Der Ortsbürgermeister                   


1.1.2020     Grußwort zum neuen Jahr